Goethe und die Romantik

FRANKFURT. Wie eng verbunden, geradezu im Gleichklang, Goethes Denken und poetisches Schaffen mit der Romantik ist, zeigt nicht zuletzt der Übergang vom Frankfurter Goethehaus in das direkt benachbarte Deutsche Romantik-Museum. Die hier versammelten Werke schlagen den Bogen von Werken, die Goethe aus dem Elternhaus kannte, bis ins 19. Jahrhundert. In einer solchen Sammlung dürfen Gemälde von Johann Heinrich Füssli oder auch die Italien-Impressionen von Johann Philipp Hackert und Bilder von Caspar David Friedrich, der mit dem Blick in unendliche Welten die Erkenntnis unerschlossener Wahrheit erahnen lässt, nicht fehlen. Aber der Goethe-Kosmos wäre nicht vollständig ohne das Suchen von Goethes Faust nach der Wahrheit im gelebten Leben, wie es sich in Fausts Liebesbeziehung zu Gretchen entfaltet.

Ob er an Gott glaubt, will Gretchen von Faust wissen, als sie in Marthes Garten lustwandeln: „Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?“ Seine Antwort, an die der Maler Theodor Pixis bei seinem „Faust und Gretchen, Marthe und Mephisto im Garten“ gedacht haben mag: „Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott! Ich habe keinen Namen dafür! Gefühl ist alles …“ An solche Passagen aus Goethes Faust mag sich der Betrachter dieses Bildes erinnern, das mit den angrenzenden Häusergiebeln wie aus der unmittelbaren Umgebung des Goethehauses inspiriert scheint – und den Kosmos von Goethe und der Romantik im unmittelbaren Nebeneinander von Goethehaus und Romantikmuseum nachempfinden lässt. Thomas Uber